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June 02. 2015 11:09:23
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44 - Wer den Vater lästern wird ...

(44) Jesus sprach: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben, und wer den  Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf Erden noch im Himmel.

Vater oder Sohn, dass sind menschliche Begriffe, um über  Gott zwischen Menschen sprechen zu können. Beide Begriffe sind im Grunde trotzdem nur Metapher für den einzigen alles umfassenden, belebenden, schaffenden Geist. Wenn gegen Vater oder Sohn gelästert wird, dann lästert der Mensch gegen seine Metapher. Wo er allerdings die Existenz allen Seins in Frage stellt, vollzieht er die Trennung zwischen Sein und Nichtsein und entscheidet sich für Nichtsein. Zu vergleichen mit der Traube, die bestreitet ein Produkt des Weinstocks zu sein. Fällt die Traube ab, ist sie ihrem Schicksal überlassen. Sie lebt nur, solange ihre Bindung an den Weinstock besteht. Unser eigenes ewiges Leben ist nur durch Gott gewährleistet, über die immerwährende Bindung an Gott. Wenn unsere Existenz, die unauflösbare Bindung an Gott voraussetzt, dann bedeutet es unseren Tod, wenn wir Gott - als den Leben spendenden Geist - verleugnen oder in Frage stellen. Wir haben dann unsere Bindung zu Gott gekappt und verfallen dem Tod. Wir verlieren dann wie die Traube unsere Existenz, verfaulen oder sterben ab. Nicht nur an das bekannte absterben des Fleisches ist dabei gedacht, sondern auch an den Tod der "geistigen Seele".
Jesus sagt bei Johannes 5.24: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen."