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June 02. 2015 11:09:23
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65 - Ein Mann hatte einen Weinberg

(65) Ein gütiger Mann hatte einen Weinberg und gab ihn Landarbeitern, damit sie ihn bearbeiteten und er von ihnen seine Frucht empfinge. Er sandte seinen Knecht, damit die Landarbeiter ihm die Frucht des Weinberges gäben. (Aber) sie bemächtigten sich seines Knechtes und schlugen ihn ; es fehlte nicht viel, so hätten sie ihn getötet. Der Knecht kam (zurück) und sagte es seinem Herrn. Der Herr sagte: Vielleicht kannte er sie (Mehrzahl) nicht. Er sandte einen anderen Knecht. (Aber) die Landarbeiter schlugen (auch) den andern. Da sandte der Herr seinen Sohn und sprach: Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohne scheuen. (Aber) jene Landarbeiter, da sie wussten, dass es der Erbe des Weinbergs sei, ergriffen ihn und töteten ihn. Wer Ohren hat, der höre!

Dieses Gleichnis war von Jesus an die Pharisäer, die Nutznießer von Besitz und Religion gedacht. Die Frucht der Erde ist der sich nach dem Ebenbild des Vaters entwickelnde Mensch. Es sind Menschen gefragt, die seine Lehre von den Zehn Geboten als Ordnungsprinzip akzeptieren und danach handeln. Die Zehn Gebote waren vor 2000 Jahren in den Menschen so wenig verwurzelt, wie heute. Der Sohn wurde trotz seiner "Wunder" als wahrer Vertreter dieser Lehre nicht erkannt und musste sterben, denn er störte die Interessen von Priestern und Regierenden. Sein Ruf nach Nachfolge (Nächstenliebe) verhallte in den folgenden Jahrhunderten unter klerikalem Regime. Wenn er wieder käme würde ihn nichts anderes erwarten. Die Lehre von der Nächstenliebe hat sich so wenig durchgesetzt, wie die nachhaltige Befolgung der Zehn Gebote. Es stimmt nachdenklich, wenn anhand vieler Verse deutlich wird, wie Jesus sich mühte mit einfachen Gleichnissen die Menschen an ein ordentliches Miteinander heranzuführen. Trotz christlicher Lehre wird weltweit die Kluft zwischen Reich und Arm täglich größer. Einfache unabdingbare Standardaufgaben werden in den Gesellschaften mit Hungerlöhnen abgegolten, während sogenannte Spezialisten, Funktionäre, "Unterhaltungsasse" fürstlich entlohnt werden. Gezielt entwickelte Steuersysteme unterstützen, dass Reiche immer reicher werden. Bei jeder Korrektur an den Steuertarifen, profitierten seit Bestehen der Deutschen Bundesrepublik Wohlhabende immer am meisten. Sie und ihre Vasallen sind in allen Führungsgremien vertreten und bedienen eigene Interessen. Wann werden die Führungseliten aller Länder begreifen, dass sie verkümmern werden, wenn sie nur bestrebt sind, den ihnen zugefallenen Reichtum zu mehren. Sie müssen an der Frucht dieser Erde, dem Menschen arbeiten. Das bedeutet, nicht nur für sich selbst, sondern vorbildhaft auch zum Wohle ihrer Mitmenschen tätig zu werden.