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108 - Wer von meinem Munde trinken wird ...

(108) Jesus sprach: Wer von meinem Munde trinken wird, wird wie ich. Auch ich werde er werden, und die Geheimnisse werden ihm offenbar werden.

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen, sagt Jesus an einer anderen Stelle. Wieder an anderer Stelle sagt Jesus, die Aufgabe des Menschen ist es, so zu werden wie der Vater. Noch ein weiterer Spruch von Jesus passt in diesen Zusammenhang: nicht was der Mensch isst könnte ihn verunreinigen, sondern was und wie er über andere redet. Wer die Lehre Jesu aufrichtig hinterfragt gelangt zu der Erkenntnis, sie ist für den Menschen eine Anleitung, dass zu werden, was er schon von Anbeginn war und weiter sein soll. Verläuft er sich auf dem Weg, wird dem Suchenden, so lange er die Suche nicht aufgibt, geholfen. Wer sucht, kann auf  Hilfe bauen; denn wer sucht, der wird finden, sagt Jesus. Im Prinzip auch wieder logisch, denn niemand kommt als Gläubiger in diese Welt. Wir stehen damit an einem Punkt der Schrift, über den nachgedacht werden muss. Welche Abschnitte der Lehre wurden von Ideologen, Fanatikern, Herrschern nach eigenem Interessen interpretiert? Es passt einfach einiges nicht zusammen, weder in den kanonischen Evangelien noch in der Geschichte der Apostolischen Kirche. Das Volk, die Gläubigen müssen ihr Recht auf Mitsprache durchsetzen.
Es drängt sich zum Verständnis ein weiteres Gleichnis auf: das vom guten und schlechten Samen. Beide Keime dürfen bis zu ihrer Vollendung wachsen und werden erst bei der Ernte getrennt; dem einen zur Freude, dem anderen zum Ärgernis. Der Logik in diesem Gleichnis kann jeder folgen, der schon mit Landwirtschaft und Ernte zu tun hatte.
Aus dem Munde Jesu trinken, bedeutet daher seine Lehre aufnehmen und danach handeln. "Das ist meine Lehre, dass ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe". (Joh.15.12) Jesus Christus ist Mensch geworden um das Gesetz zu erfüllen. Dieser Schritt wurde notwendig, weil Adam mit dem Griff nach dem Apfel dieses Gesetz ablehnte. Zur Entschuldigung könnte gesagt werden, Adam  hat es womöglich gar nicht erkannt. Wo von Anbeginn dem "Ebenbild" alle Tore offen standen, hat es leider nicht erkannt, dass Liebe als Eckstein für das gemeinschaftliche Miteinander festgeschrieben wurde. Adam hat in seinem Hochmut diesen Eckstein verworfen und der Schöpfer musste durch sein Opfer auf Golgatha, unmissverständlich zeigen, wie unverzichtbar dieses Gesetz der Nächstenliebe für sein Reich ist. Durch die erduldete Kreuzigung hat er gezeigt, dass er für sich keine Ausnahme beansprucht und vor allem, dass er Macht für die Durchsetzung seines Gesetzes nicht benötigt. Der Mensch hat dieses Gesetz bis heute, weder hinreichend begriffen, noch akzeptiert. Von den Lehrern der Kirche wurde es - man muss unterstellen - bewusst, sträflich vernachlässigt oder gar verdreht. Die Folgen holen die Menschen tagtäglich an allen Orten dieser Erde ein. 

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