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110 - Wer die Welt fand

(110) Jesus sprach: Wer die Welt fand und reich wurde, möge die Welt verleugnen!

Es ist die Fortsetzung von Spruch 109. Es mag bequem sein, in der Welt als reicher Mann zu leben. Wer allerdings glaubt, Reichtum dient allein seinem Ego, der hat weder über seine Aufgabe noch seine Chancen auf dieser Erde nachgedacht. Zum Beispiel gezielt und konsequent nach dem Gesetz des Vaters zu leben und zu wirken, und sich von den möglichen Ergebnissen eines selbstlosen Handelns schon auf dieser Erde überraschen zu lassen. Einen Schatz finden ist eine Sache, in richtig zu verwenden eine andere.
Noch nie war es auf der Erde so vielen Menschen aus ärmsten Verhältnissen möglich, so  einfach in die Riege der sogenannten "Reichen und Schönen" aufzusteigen. Als erfolgreicher Star in Unterhaltung, Kunst oder Sport; oder durch erfolgreiche Führungsleistung in Wirtschaft und Politik. Wo es früher nur das Privileg von Führungsschichten war, wie der Fürsten, Bischöfen, Grafen, Herzögen oder Königen, zu prassen und zu verjubeln, ist es heute vielen Neureichen ebenfalls möglich geworden, mit materiellem Überfluss sorglos in den Tag zu leben.  Um so erstaunlicher, wie schnell viele dabei vergessen, woher sie kamen und welche Aufgaben sie möglicherweise erfüllen könnten. Ehemalige Unternehmer "versilbern" ihr Lebenswerk und treiben am Kapitalmarkt Unfug mit ihrem überschüssigen Kapital. Sie suchen gierig nach grenzenloser Kapitalvermehrung, nutzen Steuertricks  und bringen nichts als Unheil über ihre "Nächsten", die Gesellschaft. Die Welt verleugnen kann bedeuten, den eigenen Überfluss segensreich einzusetzen. Ein "persönliches Denkmal" lässt sich nicht nur mit einem Museum oder einer Kunsthalle bauen, sondern auch mit der Förderung von begabten Menschen oder  Bildungsstätten.

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