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93 - Gebt nicht das Heilige ...

(93) Gebt nicht das Heilige den Hunden, damit sie es nicht auf den Mist werfen! Werft nicht die Perlen vor die Säue, damit sie es nicht zunichte machen (?).

Die Lehre von der Nächstenliebe kann weder zu jeder Zeit noch an jedem Ort verbreitet werden. Der Mensch sollte überlegen, wo und wann er diese Lehre erfolgreich verkünden kann. Jesus machte es vor und zeigte, was er später von seinen Jüngern erwartete. Die Lehre Jesu ist eine Lehre der Tat. Das kann aus vielen Gleichnissen erkannt werden. Etwa der Geschichte von dem  armen Samariter, den Arbeitern im Weinberg, von der Ehebrecherin, von den Werken des Menschen, vom Knecht und seinem schlechten Beispiel, vom Maß mit dem ihr messen werdet, vom Reich und den Reichen, den Ersten in den Gesellschaften und nicht zuletzt von dem Einhalten der Gebote. Es ist nicht zu verstehen, weshalb von den christlichen Kirchen nicht die den Menschen formende Tat in den Vordergrund gestellt wurde, sondern stattdessen liturgischer Tand und schwammige auf das Jenseits orientierte Eucharistie. Nirgends propagierte Jesus zeremoniellen Kult. Im Gegenteil, sogar für das tägliche Gebet empfahl er: geht in euer Kämmerlein. Kultischer Tand fand über Jahrtausende überall seine Wegbereiter, in der Regel in allen Priesterreligionen. Jesus hat für seine Lehre weder einen Priester empfohlen, noch sich selbst als solchen gesehen. Seit Jahrtausenden wurde in allen Religionen den Analphabeten eingehämmert, sie hätten zu gehorchen, denn ihre Herrscher - von Gott eingesetzt oder gar selbst Gott auf Erden - wüssten, wer sich wie zu verhalten hat. Im Prinzip hat die Apostolische Kirche die neue Lehre völlig dem alten heidnischen Gedankengut untergeordnet. Papsttum, Bischof, König oder Fürst wurde ähnlich gerechtfertigt wie Pharao oder römischer Kaiser. Mit größter Einmündigkeit wurde ausgeblendet, dass mit dem neu postulierten Bezug auf den Nächsten, jede hierarchische Struktur als absurd erscheinen muss.  Das Gebot der Nächstenliebe hat die Kirche weder als Wegweiser für sich selbst akzeptiert, noch als den wahren Eckstein der Lehre wahrgenommen. Stattdessen wurde wieder kultisches Diktat in der christlichen Gesellschaft verankert. Wie erkannt wird, ob Nächstenliebe gepflegt oder nur gepredigt wird, sagt Jesus als geradezu moderner Aufklärer und Evolutionär: "An ihren Werken werdet ihr sie erkennen."
Es ist in der Apostolischen Kirche nicht zu übersehen, an erster Stelle steht in dieser Kirche die hierarchische Struktur unter Führung des Papstes. Zu diesem unheilvollen Monstrum wurde sie über Jahrhunderte gezielt entwickelt. Mit der erst im 4.-5. Jahrhundert entwickelten Eucharistiefeier und der damit verbundenen unsäglichen Austeilung von Jesu Fleisch und Blut. Der zusätzlichen Mär, dass mit dem Opfertod von Jesus schon alles zum Heil der Menschen getan wurde und die Erlösung damit nur noch reine Glaubensangelegenheit wäre. Mit dem richtigen Glauben würde das Heil mitgeliefert  werden. Es wäre keine Eigeninitiative des Menschen erforderlich, sondern es zählt allein der richtige Glaube und die Bereitschaft sich von Jesus beschenken zu lassen. Es stimmt, der Mensch vermag nichts aus sich selbst. Wie soll er auch, wenn alles was in ihm wirkt, von Gott ist. Jeder einzelne ist allerdings aufgefordert zu entscheiden, ob er der Lehre Jesu folgen will. Das größte Geschenk, das der Mensch von Gott erhält, ist das persönliche Sein. Jeder Mensch ist dazu aufgerufen, dieses Sein aus tiefster Überzeugung anzunehmen und Jesus nachzueifern. So zu werden wie der Vater. Wie das vor sich gehen soll, dass hat Jesus beispielhaft in seinen Gleichnissen dargestellt. Wenn Jesus gefragt wurde, wie man Gott dienen kann, sagte er: "Haltet die Gebote!" Dass der Mensch instinktiv bei Gott um Hilfe sucht, ist ihm von Anbeginn in die Wiege gelegt worden - und das von keiner Religion und von keiner Kirche.
Aus diesem tiefverwurzelten Ahnen entwickelten sich allerdings alle Religionen. Leider bis heute immer noch, eher mit dem Ziel, den Mensch zu unterjochen und zu gängeln als ihn von seinen Ängsten zu befreien.

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