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Vater, Heiliger Geist und Sohn

Dieses Mysterium ist allein mit dem Verstand nicht zu erfassen, denn Jesus sagt schon.

– Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater, und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. (Matth.11.27)

Es wird noch komplizierter, wenn der bekannte Hinweis aus dem Buch Moses mit einbezogen wird: Du sollst dir kein Bildnis machen. 

Der unsichtbare Gott, Vater

In verschiedenen Bibelerzählungen wird immer wieder deutlich, dass Gott nicht gesehen, sondern nur erfahren werden kann und jeder Mensch, der seine eigenen Erfahrungen mit Gott machte, wusste immer unumstößlich, ob und wann Gott zugegen war.

Moses erkennt Gott im Feuer des Dornbusches.

5 Und er sprach: Nahe nicht hierher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land. 6 Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott I-saaks und der Gott Jakobs. Da verbarg Mose sein Angesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. (2.Mos.3.5-6)

Abraham erkennt den Willen Gottes.

12 Und er sprach: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Knaben, und tue ihm gar nichts! Denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. (1.Mos.22.12)
Die Quintessenz daraus ist, der Mensch kann und wird Gott als Vater oder in seinem ganzen Sein nie zu Gesicht bekommen. Er erfährt jedoch Gott in seinem Wirken durch den Geist und wird ihn sehen in Jesus Christus.
- Jesus aber sprach: Ich bin’s. Und ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen mit des Himmels Wolken. (Mark.14.62)

Der Mensch wird, obwohl er sich immer noch kein Bildnis machen soll, weiter nach Beispielen und Krücken suchen, die es ihm gestatten die Ein-heit von Vater, Geist und Sohn zu verstehen.

Die Funktion von Glühbirne und Strom könnte für einen Menschen der Neuzeit eine solche hilfreiche Krücke sein. Eine Glühbirne kann ihren Lichtspender weder empfinden, sehen noch erkennen, wenn beide getrennt sind. In dem Moment, in dem der Strom nicht mehr durch Glühwendel fließt, ist sie tot, ihres strahlenden Lichts, ihres Lebensquells beraubt. Sie leuchtet allein durch den sie durchflutenden Strom. Es gibt kein sichtbares Visavis zwischen Birne und Energie. Das gleiche gilt für den Menschen, er lebt aus Gott. Er ist ein Teil von dem in die Freiheit entlassenen Geist Got-tes. Deshalb auch die Rede vom ewigen Leben, denn der Lebenshauch, den wir besitzen, existiert aus Ewigkeit. Die Frage ist, wie lange das Indivi-duum sich selbst wahrnehmen kann. Es kann damit auch ein zweiter Kernsatz der christlichen Lehre verstanden werden, der lautet: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“.

Vielleicht sollten Sonne, Mond und Erde, dem Menschen tatsächlich als Krücke dienen um in ihm den Geist zu wecken. Die Sonne stand seit Ur-zeiten in vielen Kulturen als Lebensspender an erster Stelle. Es wurden aber genauso ein „Mond-Gott“ oder eine „Mutter Erde“ verehrt. Es ist möglich, dass die Entwicklung des Geistes über diese Symbole führen musste, es war jedoch nicht zwingend notwendig, dass diese Modelle von einigen zur Unterjochung ihrer Schwestern und Brüder genutzt wurden. Rückblickend wäre nach christlichem Modell im Mond der Sohn zu sehen, der allein durch die Kraft der Sonne (des Vaters) erstrahlt. Die Erde wäre der sichtbare Ausdruck für das Wirken des Geistes. Modelle haben nur eine Übergangsfunktion, sie werden nach der Vollendung eines Werkes nicht mehr benötigt.

Heiliger Geist

Der Geist, der in der Genesis über den Wassern schwebt, ist der von Ewig-keit Seiende, von dem es kein Bildnis gibt. Er bewirkt, dass es mit der Auferstehung Christi keinen Unterschied zwischen Vater und Sohn gibt. Und er ist der Quell aus dem der Mensch seine Existenz schöpft. Der Mensch ist der Tropfen aus dem Meer, der sein eigenes Sein wahrnimmt jedoch nur eingebettet im großen Meer existieren kann. Jesus Christus warnt die Menschen ausdrücklich, in ihrer verbalen Ausdruckskraft wider den Heiligen Geist zu sprechen.

Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, aber die Lästerung wider den Geist wird den Men-schen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider den Menschen Sohn, dem wird es vergeben, aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt. (Matth.12.30-32)

Diese Warnung ist im Prinzip nur zu verständlich, denn sich wider den Geist zu vergehen, bedeutet - sich selbst zu schaden und sich in Gott nicht ernst zu nehmen.

An verschiedenen Bibelstellen wird gesagt, wie wir Menschen uns den Wirkungsmechanismus des Heiligen Geistes vorstellen können. Ein Beispiel:

Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Je-sus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Him-mel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht über-wältigen. (Matth.16.16-18)

An einer anderen Stelle spricht der Hauptmann unter dem Kreuz:

Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn! (Matth.27.54)
Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn! (Mark.15.39)

Jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass er Lösungen ausgesprochen hat, ohne im nachhinein zu wissen, wie diese spontane Antwort wohl zustande gekommen sein könnte. Als Beispiel kann ebenso manche wissenschaftliche Entdeckung oder geistige Erkenntnis genannt werden: C.Röntgen, als der Entdecker der Röntgen-strahlen, oder Nicolaus Copernicus mit seinem neuen Weltbild, nach dem die Sonne und nicht die Erde Mittelpunkt unserer Galaxie ist. 

Wenn Petrus als der berühmte Fels in der Heilsgeschichte hervorgehoben wird, dann findet hier der Fels des Glaubens in Petrus sein Gleichnis. Pet-rus glaubt, nicht weil er begreift, sondern das was er im Innersten fühlt, erkennt.

Wie wichtig dieser Glauben an Gott für den Menschen ist, wird an ver-schiedenen Stellen immer wieder von Christus betont.

Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin kommen in die Welt ein Licht, auf dass wer an mich glaubet, nicht in Finsternis bleibe. (Joh.12.44-46)

Der Geist, bzw. die Idee steht vor der Tat, sowohl bei Gott als auch beim Menschen. Entspricht die Idee dem Willen Gottes, dann ist sie gut. Der Heilige Geist wirkt im Menschen, wenn dieser bestrebt ist nach dem Wil-len Gottes zu handeln.

Als Beispiel aus der Zeitgeschichte bietet sich die deutsche Wiedervereini-gung an, die fast unerwartet Wirklichkeit wurde. Was im Rückblick erkennbar und rekonstruierbar erscheint, ist das Zusammenwirken positi-ver Kräfte in einem kurzen, überschaubaren Zeitabschnitt. Es zählen dazu Friedensbewegung und Friedensgebete im Osten Deutschlands, die es mit ihrer absoluten Gewaltfreiheit den Mächtigen der DDR außerordentlich erschwerten, in den kritischen Tagen ihr Machtpotential zu mobilisieren. Ebenso gehört dazu ein Umschwung im Denken der angrenzenden Ost-blockländer. Ungarn, CSSR und Polen wollten nicht mehr die Erfüllungs-gehilfen der DDR-Machthaber sein. Gleichzeitig wuchs bei der russischen Führung unter Gorbatschow sowie bei den eigenen westlichen Verbünde-ten die Einsicht, dass die Lösung der deutschen Frage für die UDSSR und Europa nur von Vorteil sein könnte. Weshalb das deutsche Volk trotz der eigenen Vergehen im 2. Weltkrieg so schnell und plötzlich zu diesem Ge-schenk kommen konnte, fragen sich zu Recht nachdenkliche Menschen.

Der Sohn, Jesus Christus

Jesus Christus ist der Wunsch des Vaters, Mensch zu werden, als sichtba-rer Beweis seiner großen unermesslichen Liebe zu seinen Geschöpfen. Gott zeigt seine Liebe nicht allein in seinen weisen Forderungen und Ge-boten, die nur zum Nutzen des Menschen erstellt wurden, sondern vor allem in seinen Taten.

Glaubet mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubet mir um der Werke selbst willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. (Joh.14.11-12)

Die größte Tat Gottes gegenüber Menschen ist, sich von seinen Ge-schöpfen, unter Verzicht auf seine Macht, an ein Kreuz schlagen zu lassen.

Wer das nicht begreifen kann oder will, der kennt weder den Vater noch den Sohn. Allerdings muss auch nicht begriffen werden. Es genügt, an Gottes Liebe zu glauben und nach seinem Willen, seinen Geboten, zu le-ben und zu handeln. Dies wurde bereits erwähnt (Joh.14.11-12) und noch an anderen Stellen hervorgehoben.

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. (Matth.7.21)

Warum kreisen so viele Bibelstellen um das gleiche Thema? Wer ist der Vater? Wer ist der Geist? Wer ist der Sohn? Beim Versuch, das Wesen des Sohnes zu verstehen, müssen verschiedene Bibelstellen helfen.
Gott ist Mensch geworden, hat jedoch in seinem menschlichen Sein auf dieser Erde auf seine Macht verzichtet, vor allem dort, wo er sie gegen sei-ne menschlichen Widersacher hätte einsetzen können. Andererseits hat er in seinem kurzen Wirken auf der Erde öfter deutlich gemacht, dass ihm diese Allmacht jederzeit zur Verfügung stünde.

Nur als Beispiele sei an die Auferweckung des Lazarus erinnert, an das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kanaan oder die Heilung des Aussätzigen. 

40 Jesus spricht zu ihr: Hab’ ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast! 42 Doch ich weiß, daß du mich allezeit hörest, sondern um des Volks willen, das umherstehet, sage ich’s, daß sie glauben, du habest mich gesandt. 43 Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbe-ne kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Angesicht verhüllet mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen! 45 Viel nun der Juden, die zu Maria kommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn. (Joh.11.40-45)

1 Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. 3 Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. 4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. 5 Seine Mut-ter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut. 6 Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen in je einen zwei oder drei Maß. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben-an. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet’s dem Speisemeister. Und sie brachten’s. 9 Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam (die Diener aber wußten’s, die das Wasser geschöpft hatten), rufet der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den gerin-gern; du hast den guten Wein bisher behalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. (Joh.2.1-11)

2 Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: HERR, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. 3 Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich will’s tun; sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. (Matth.8.2-3)

Jedoch selbst in seiner schlimmsten Leidenszeit und sogar in den letzten Stunden vor seinem Sterben hat Jesus Christus auf den Einsatz dieser All-macht bewusst verzichtet.

Wenn er im Garten Gethsemane spricht:

Oder meinst du, dass ich nicht jetzt meinen Vater bitten könne, und er mir mehr als zwölf Legionen Engel stellen werde? Wie sollten denn die Schriften erfüllt werden, dass es also geschehen muss? (Matth.26.53-54)

Oder wenn Jesus zu Pilatus sagt:

Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, auf dass ich den Juden nicht ü-berliefert würde; jetzt aber ist mein Reich nicht von hier. Da sprach Pilatus zu ihm: Also, du bist ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt ge-kommen, auf dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. (Joh.18.36-37)

Wer dann immer noch behauptet, Jesus Christus sei höchstens ein Prophet, der möge an die Worte denken, die Jesus am Kreuz zu dem Schächer an seiner Seite sprach:

Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. (Luk.23.43)

So spricht kein Prophet, so spricht allein der Herr des Himmels und der Erden.

Der Tod von Jesus Christus am Kreuze ist keine Legende, sondern die täti-ge Nächstenliebe Gottes an seinen Geschöpfen. Dieses Geschehen veranschaulicht die Einheit von Vater und Sohn im Geiste. Der gemeinsa-me Wille wurde vom Sohn aus Liebe in die Tat umgesetzt. Dieser Kelch konnte weder dem Vater noch dem Sohn erspart bleiben, warum – das ist Gottes Geheimnis. Wegen der Sündenvergebung? Kaum, denn es steht geschrieben: Nur den Sündern, die anderen ihre Sünden vergeben, wird der Vater ebenfalls vergeben. Alles läuft in dieser Lehre darauf hinaus, dass der Mensch lernt, seinen Nächsten so zu lieben wie sich selbst.

Nicht die Auferstehung von Jesus Christus ist das große Geschehen - sie ist nichts anderes, als die Rückkehr in sein Reich – sondern sein Tod am Kreuz. Wenn wir Johannes folgen, dann bestätigen dies auch seine letzten Worte.

Es ist vollbracht. (Joh.19.30)

Jesus Christus, der sichtbare Schöpfer und Herrscher in Menschengestalt, wurde geboren aus der Liebe Gottes zu seinen Kindern. Alle Kinder Gottes können nur mit Johannes dem Täufer sprechen:

Dessen ich nicht würdig bin, ihm den Riemen seiner Sandalen zu lösen. (Luk.3.16)

Was uns Gott in der Gestalt des Sohnes vorgelebt hat, das erwartet er seit Adam und Eva vom Menschen, nämlich die Erfüllung des Gebotes der Liebe. Es ist möglich aus Gehorsam, Angst oder Liebe auf den Apfel zu verzichten.

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle. (Matth.10.28)

Wähnet nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten auf-zulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Matth.5.17)

Gott hat sein Werk vollbracht, noch mehr tätige Liebe kann von seiner Sei-te nicht demonstriert werden. Jetzt liegt es an den Menschen so zu leben und zu wirken, dass das Reich Gottes auf Erden schon vor dem Weltge-richt erstehen kann. Es genügt nicht zu beten: „Dein Reich komme.....“. Der Wille des Vaters muss in Werken und Taten befolgt werden. Der be-rühmte Apfel hängt immer wieder am Baum und jeder Mensch muss für sich entscheiden, ob er nach dem Willen Gottes leben und handeln will oder gegen seinen Schöpfer. Will er sich mit seiner Liebe zu Gott, vor Gott bekleiden oder will er weiter nackt durch alle Zeiten irren.

Die Nachfolge Christi verlangt nicht Geißeln und Kasteien, wie es der hei-lig gesprochene Gründer von Opus Dei fordert. Die Aufgabe ist, den Willen Gottes zu tun und seine Gebote zu halten. Wer seinen Nächsten liebt wie sich selbst, wird weder geißeln noch kreuzigen. Im Gegenteil, Jesus spricht: Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Wenn mehr Menschen nach Gottes Ordnung leben, fällt es allen leichter, Christus nachzufolgen.

Kein Geschöpf wird Gott je den Vorwurf machen können, er wäre ledig-lich der Schwätzer seiner großen Idee, der Nächstenliebe. Sein Beweis ist die Gestalt im Sohn, die sich trotz Macht und Stärke, von seinen Geschöp-fen an das Kreuz schlagen ließ. Vor dieser Tat wird jedes Geschöpf, selbst wenn es Mensch geworden sein sollte und so ist wie der Vater, in seinem Staub vor dem Herrn liegen. Diese Tat, ist allein dem Herrn.

Die Absurdität des Opfertodes des Sohnes

Es kommt nicht von ungefähr, dass das in Frage stellen dieser ungeheuerli-chen Tat, von einem Juden - Martin Buber, dem bekannten jüdischen Religionsphilosophen - stammt. Erschwerend kommt noch dazu, dass Gott letztendlich nicht seinen Sohn, sondern sich selbst geopfert hat. Die Dis-kussion, wie die Einheit von Vater, Sohn und Geist zu verstehen ist, wird nie enden. Hätte sich Gott absolut und ausschließlich im Menschen Jesus Christus inkarniert, dann wäre während dieser Zeit kein anderes Geschöpf, keine Pflanze, kein Insekt zwischen Himmel und Erde lebensfähig gewe-sen, sondern die Erde wäre wieder öd und leer geworden. In Jesus Christus beweist Gott den Menschen, wie groß seine Liebe ist. Nach menschlichen Denkschablonen hätte mit der Ermordung und Schändung des Sohnes die Welt einstürzen müssen. Sie ist es nicht – im Gegenteil, Gottes Liebe ist so unerschöpflich wie seit Anbeginn; sie fördert den Menschen, wenn er bittet – oft sogar unerwartet. Voraussetzung ist, er sperrt sich nicht gegen Gottes Hilfe.

„Bittet, so wird euch gegeben“ (Matth.7.7)

Das sinnvollste Gebet, ist die Bitte um Unterstützung für das eigene Tun. Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Dies verlangt zu handeln oder zu bekennen, keine Laschheit oder Lauheit. Lieben heißt schenken, nicht tatenlos warten. Lieben heißt in einer vertrackten, ver-korksten Situation den ersten Schritt tun, die erste Worte sprechen. Gott ist Mensch geworden, um Gesetze aufzuheben, die dem ewigen Leben des Menschen im Wege stehen. Er hat den Tod überwunden und den Weg ge-ebnet zum ewigen Leben. Er ist Mensch geworden ohne Zeugung, sondern aus der Macht seines Geistes. Er ist gestorben wie ein Mensch, jedoch auf-erstanden wie Gott und wird bleiben, was er immer war. Er hat sich in Jesus Christus ein Bildnis geschaffen, das von seinen Kindern schaubar und begreifbar ist. Trotzdem wird der sichtbare Sohn immer wieder darauf hinweisen, dass Lob und Preis allein dem Vater gebühren. Das Mysterium von Vater und Sohn kann allein Gott erfassen, ein Gott, von dem wir uns nach wie vor kein Bildnis machen sollen.

Jesus Christus handelte nicht aus Gehorsam, sondern aus Liebe und der Erkenntnis, dass dieses Opfer unumgänglich ist. Gott musste vielleicht auch Mensch werden, um sich nicht dem möglichen Vorwurf seiner Ge-schöpfe auszusetzen, er wüsste nicht, was menschliches Leiden ist und was es bedeutet, bar jeder Macht zu existieren. Gott ist wahrer Mensch gewor-den mit dem Ruf: „Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen“ und hat sich wieder aufgerichtet mit dem Satz: „Es ist vollbracht“. Hier war Gott nur noch Mensch und musste hindurch durch den Tod. Gott ist ein Herr der Tat. Zwischen diesem freiwilligen göttlichen und menschli-chem Leid liegen unvorstellbare Welten, denn Gott kam aus seiner Macht und Herrlichkeit in die aus Liebe selbst gewählte Ohnmacht; der Mensch dagegen kommt aus seiner Ohnmacht und strebt nach Macht und Herrlich-keit, die er allerdings wiederum nur über die Liebe erreichen kann. Es ist nicht zu fassen, welche Tat Gott vollbracht hat. Selbst provozierende und höhnische Attacken, wie: „Steige herab vom Kreuz“, konnten ihn nicht davon abhalten, das Werk der Liebe zu vollenden, für das er in die Welt gekommen war.  

und sagten: Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbauest, rette dich selbst. Wenn du Gottes Sohn bist, so steige herab vom Kreuze. 41 Gleicherweise aber spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist Israels König; so steige er jetzt vom Kreuze herab, und wir wollen an ihn glauben. (Matth.27.40-42)

Es gibt zwischen Vater und Sohn keine geteilte Macht. Selbst am Kreuz hätte Jesus Christus noch die Hilfe des Vaters erbitten können, auf die er jedoch aus Liebe verzichtete. Wie Abraham und Isaak bereit waren, das Opfer zu bringen, so überzeugt waren Vater und Sohn von der Notwen-digkeit des Todes am Kreuz. Wer kann ermessen, erahnen, welche „Wahnsinnstat der Liebe“ im Abstieg Gottes vom höchsten Thron zum Menschen steckt. Gott verzichtet auf alle Macht und Gewalt, weil sein Ge-bot lautet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Dieses Gebot wird dem Menschen auferlegt, damit er aus eigenem Willen und Antrieb Gott ähnlich werde. Wer kann als Mensch freiwillig von seiner einmal er-klommenen Höhe absteigen in die niedrigen Regionen des Untergebenen? Hier haben die großen Regenten und Heroen in allen Völkern noch viel zu lernen.  

Jesus Christus ließ sich stets von seiner Aufgabe leiten und wusste immer zu unterscheiden, was des Vaters und des Sohnes ist. Dass dies für jedes Geschöpf lebenswichtig sein kann, hat schon Kierkegaard (dänischer The-ologe, Schriftsteller und Philosoph, 1813-1855) geahnt, wenn er sagt: „Verzweifelt sein heißt, ein Missverhältnis zu sich selbst haben“, d.h. dort weiter ein Missverhältnis zu der „Macht“ haben, die „das Wesen gab“.

Wo der Mensch klar unterscheidet zwischen sich und dem Schöpfer – bzw. wer ist Vater und wer ist Kind – wird es weder Verzweiflung noch Angst oder ein Missverhältnis zur Macht geben. Wer versucht, diese Realitäten zu verdrängen, zu verändern, zu verschleiern oder auf den Kopf zu stellen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Sohn wusste während sei-nes Lebens auf der Erde immer zu unterscheiden, was des Vaters und was des Sohnes ist und konnte in dieser nie verlorenen Einheit heimkehren zum Vater.
Der Mensch muss zuerst lernen, Liebe vollkommen zu begreifen, bevor er nach Wissen und Weisheit strebt. Nur wer der Nächstenliebe fähig ist, wird Wissen und Weisheit segensvoll einsetzen. Gottes Gesetz ist unum-stößlich: Liebe Gott und deinen Nächsten, wie dich selbst. Dieses Gebot ist die Gebrauchsanleitung für die Entwicklung zum wahren Menschen.

Viele „Große“ in der Geschichte der Menschheit sind letztendlich an ihrer eigenen sogenannten Größe gescheitert, die sie nicht richtig einzuordnen wussten. Auch Nietzsche wurde vom Geist Gottes gelenkt, wenn er sagt: „Im Grunde gab es nur einen Christen und der starb am Kreuz“. Diese Er-kenntnis besagt, dass der Platz des Ersten belegt ist und es weitere Plätze nur in der Nachfolge gibt. Es ist deshalb überflüssig, nach dem Übermen-schen zu suchen; diesen wird es nie geben, es sei denn im Sohn – Jesus.

Jesus Christus ist nicht am Kreuz gescheitert. Er hat seine Macht und Herr-lichkeit für alle sichtbar der Liebe untergeordnet, der Liebe zum Vater, der dieses Geschehen als unvermeidbar erkannte und der Liebe zum Geschöpf, um zu zeigen, welcher Liebe er fähig ist. Nach dieser „Wahnsinnstat“ des Sohnes steht schon fast logisch am Ende der erlösende Satz: „Es ist vollbracht!“

Mit dem Eintreten von Jesus Christus in das Schöpfungswerk hat Gott Ge-stalt angenommen und es gibt keinen Zweifel mehr über die unermessliche Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen. Der Mensch wird und soll weiter su-chen nach seinem Gott, dem Vater, dem Ursprung allen Seins. Wenn er allerdings ein Bildnis sucht, kann er es nur allein im Sohn finden. Das sagt nicht nur der Sohn, sondern auch der Vater durch die Propheten.

Und er sprach: Du vermagst nicht mein Angesicht zu sehen, denn nicht kann ein Mensch mich sehen und leben. (2.Mos.33.20)

Der Mensch soll bzw. kann sich gar kein Bildnis machen, denn dann müss-te er fähig sein, Gottes Geist neben sich zu stellen, um ihn (Gott) schauen zu können. Das wäre des Menschen Tod (Finsternis), denn ohne den Geist Gottes im Menschen, hätte der Mensch kein Leben.

 

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