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02 - ..die euch (ver)führen

Jesus sprach: Wenn die, die euch (ver)führen, euch sagen: Siehe, das Königreich ist im Himmel, so werden die Vögel des Himmels euch voraus sein. Wenn sie euch sagen: Es ist im Meere, so werden die Fische euch voraus sein. Aber das Königreich ist inwendig in euch und außerhalb von euch. Wenn ihr euch (selbst) erkennt, dann werden sie euch erkennen, und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Wenn ihr euch aber nicht (selbst) erkennen werdet, dann seid ihr in Armut, und ihr seid die Armut.

Viele Menschen fragen sich immer wieder neu: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Mit diesen existentiellen Fragen ist die Entstehung von allen Religionen verwurzelt. Es haben immer wieder Menschen vorgegeben, sie wüssten alle Antworten für die Suchenden. Sie erfanden Riten, Zeremonien oder Sakramente und achten in ihren Religionen peinlich darauf, dass diese eingehalten und praktiziert werden. Wer nicht folgt wird an den Rand der Gemeinschaft gedrückt, ausgegrenzt und am Ende verfolgt. Tatsächlich - ist das Reich, der Funke Gottes, in jedem Menschen schon vorhanden. Der Mensch muss danach suchen und wird sich dabei entwickeln. Eigene Interessen sind erlaubt, wenn sie nicht zu Lasten der Mitmenschen durchgesetzt werden. Wer das Gesetz der Nächstenliebe im Auge behält, hat den richtigen Wegweiser. Mit allen Weltreligionen kann das Leben Freude machen, wenn das Gesetz der Nächstenliebe als Basis anerkannt wird. Wenn der Mensch dieses Lebensprinzip akzeptiert, kann er wie Jesus Christus, Sohn des lebendigen Vaters sein. Erkennen wir nicht, dass wir nur Söhne oder Töchter Gottes werden können, wenn wir dieses Gesetz beachten, dann geht unsere Bindung an Gott verloren. Wir verarmen, obwohl wir mitten im Leben stehen könnten. Mit wachsender Hinwendung an sein Gesetz gelingt es, Jesus immer besser zu verstehen. Wenn er etwa spricht: „Das Geringste, dass ihr eurem Bruder getan, habt ihr mir getan“; oder wenn er fordert, dass alle Menschen so werden sollten, wie der Vater. Ein vorgegebener Entwicklungsprozess, dem sich jeder Mensch stellen muss. Religionen helfen nur, wenn sie den Menschen dabei völlig uneigennützig unterstützen.

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